Sie starteten ihre Karriere in Göttingen und passten so gar nicht in die Popwelt der späten 90er. Die Guano Apes rockten mit Frontfrau Sandra Nasić, was das Zeug hielt, eine Mischung aus Hardrock und Indierock, manchmal melodisch und mit leiseren Tönen, ohne in die so kitschige Balladenecke abzurutschen. Sie sorgten auch international für Aufsehen, bis der Erfolg Ihnen zu Kopf stieg, sie sich zerstritten und 2005 auflösten. Doch die Flamme war noch nicht erloschen: 2010 fand sich die Band wieder zusammen und besteht bis heute.

Als Gitarrist Henning Rümenapp Ende 2008 einen Anruf bekam, dass man versuchte, die Band wieder zusammenzubringen, wünschte er dem Anrufer viel Glück. „Ruf mich an wenn es losgeht“, habe er noch gesagt. Im Interview während des Jazz Festivals in Montreaux schaute die Band mit einem Lächeln zurück. Der Anruf kam, die Bandmitglieder trafen sich acht Jahre nach ihrem letzen Album. „Da war noch die Chemie vorhanden“, sagte Rümenapp. Im Jahr 2011, kurz nachdem den Guano Apes in Montreaux wieder begannen zu spielen, war Sängerin Sandra Nasić noch zurückhaltend. „Ich weiß nicht, was nächstes Jahr passiert, aber jetzt spielen wir viele Festivals zusammen.“

Musikalische Reise

Man habe eine Menge gelernt in der Zeit, in der man nicht zusammen gewesen sei, sagte Rümenapp. Wieder auf der Bühne zu sein, sei zum einen so wie früher, zum anderen aber auch eine neue Erfahrung. Das neue Material, dass man erarbeitet habe, passe gut zu den alten Songs. Man habe immer die Zuschauer auf eine musikalische Reise mitnehmen wollen. Das neue Repertoire zeige, wo die Band gewesen ist, wo sie jetzt ist und wo sie hingehen will.

In 2018 gingen die Guano Apes dann auf Deutschland Tour und stellte ein neu gemixtes Album ihres ersten Erfolges Proud Like a God vor. Zu den Vorbereitungen hatte sich die Band nochmals alte Videos angeschaut. „Das war fast ein Schock, wie waren so voller Energie“, sagte die Sängerin in einem WDR-Interview. Die Energie haben sie heute noch.